ADHS Elternbericht Teil 5

Dann kam eine Zeit, in der alles irgendwie schief ging…Ich lernte eine junge Frau
kennen, die auf den ersten Blick eine sehr gute Freundin hätte sein können. Doch leider
war das ein Griff in die berühmte Toilette. Sie bat mich darum, einige Zeit bei mir
wohnen zu dürfen, weil ihre Beziehung gerade sehr kritisch war. Ich willigte ein und die
erste Zeit war auch sehr angenehm. Sie unterstütze mich mit Sebastian und ich konnte
auch mal in Ruhe ein Telefonat führen (ist als alleinerziehende Mutter ja nicht immer so
einfach).
Kurz danach wurde es merkwürdig, sie stellte ungewöhnliche Forderungen an bestimmte
Nahrungsergänzungsmittel (ich solle sie bezahlen, weil sie kein Geld mehr habe), wollte
nur noch bestimmte Nahrungsmittel einer besonderen Marke essen, usw. Alles in allem
wurde es recht teuer. Ich bat sie mit Nachdruck, aus meiner Wohnung wieder
auszuziehen, und zwar, wenn ich am kommenden Wochenende auf einem lang geplantem
Besuch war.


Sebastian war für dieses eine Wochenende bei einer Tante untergebracht……
Wäre ich mal bloß nicht gefahren……
Mit der Bahn fuhr ich planmäßig am Freitag Mittag zu meiner Verabredung und wollte
planmäßig am Dienstag Vormittag zurück sein. Während dieser Zeit erhielt ich mehrere
Telefonate von der Bekannten, die nicht wirklich bei mir ausziehen wollte. Ja, sie
alleine zu lassen, war vermutlich ein Fehler, aber naja, das ist mir erst im Anschluss klar
geworden. Sie forderte, ich solle zurück kommen, sonst würde sie ….. (was sie würde,
sagte sie nicht).
Montag früh erhielt ich dann einen Anruf vom Jugendamt, ich solle mich unverzüglich bei
ihnen einfinden, ich sei angezeigt worden, wegen Vernachlässigung meines Kindes.
Natürlich reagierte ich sofort und fuhr zurück.
Die Vorwürfe waren leicht zu entkräften, und so ging unser Leben wieder seinen
gewohnten Gang,
Das erste mal war in Sebastians Leben war auffällig, das er sehr an mir hing, Probleme
mit Umgebungswechsel oder Veränderungen zeigte.
Auch mit dem Schlafen war es schwierig geworden. Die Nächte wurden kurz, weil er sehr
spät einschlief und einen Mittagsschlaf gab es nur noch mal zufällig, sozusagen aus
Versehen.
Zum ersten mal kam mir der Verdacht, das er ein Problem oder eine Störung haben
könnte und ich sprach mit seinem Kinderarzt über ADHS oder Ähnliches. Der winkte
damals lächelnd ab und meinte noch, das ich mich über einen solchen lebhaften und
intelligenten Jungen freuen solle. Da sein absolut nichts und da wird auch nie so was
sein.
Nun gut, was soll man machen, die Ärzte haben schließlich studiert… Ich glaubte ihm
und beschäftigte mich nun noch mehr mit Sebastian. Die meiste Zeit waren wir draußen
zu finden, da störten wir die Nachbarn in unserem Mehrfamilienhaus wenigstens nicht.
Im weiteren plante ich nun sehr konkret meinen Umzug in die andere Stadt, um endlich
die „liebreizende“ Familie meines Exmannes und die „hilfreichen“ Bekanntschaften
hinter mir zu lassen und Sebastian und mir ein vernünftiges Leben zu ermöglichen,
sozusagen nochmal ganz von vorne Anfangen.
Doch dazu in der nächsten Geschichte mehr.

Die anderen ADHS Elternberichte finden Sie hier:

https://sozialtrainer.wordpress.com/tag/elternberichte/

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