Archiv für den Monat März 2014

ADHS Elternbericht Teil 6

Wie immer, Fortsetzung folgt….
Wie in dem vorherigen Bericht zu lesen war, plante ich, mit Sebastian umzuziehen.
Ich suchte also intensiv eine passende Wohnung, 3 Zimmer, das wäre schon nötig,
wenigstens 2,5 (das Schlafzimmer konnte ja ruhig klein sein, ich war ja ohne Partner und
plante auch keinen)…
Nach langen und vergeblichem Suchen (ach ja, da war ja ein Schufa Eintrag…damit gibt
es keine Wohnung) ergab sich eine sehr günstige Gelegenheit. Mein guter Freund Franz,
(mittlerweile schien er mir unersetzlich zu sein), wollte in eine kleinere Wohnung
umziehen und meinte, seine „alte“ Wohnung sei doch was für uns. Volltreffer! 3 Zimmer,
Küche und Bad, in der Wunschstadt, alles in der 1. Etage gelegen, Busverbindung vor der
Tür und eine scheinbar sehr nette, etwas ältere Vermieterin, die nicht im geringsten mit
meinem Schufa Eintrag Probleme hatte (Miete zahlte mir damals ja das Amt).
Nun also Nägel mit Köpfen gemacht…meine Tante half mir sehr oft beim Packen und
Ausmisten. Nun stellte sich heraus, das die Sache mit der tollen Wohnung doch noch
einen Haken hatte. Franz hatte keine kleinere Wohnung gefunden und bat mich um Asyl.
Er wolle gerne, wenn er dürfe, noch ein bisschen Zeit bei uns verbringen, um in Ruhe
eine passende Wohnung für sich zu finden. An sich kein Problem, wir verstanden uns
blenden (so dachte ich mir das zumindest).
Endlich war der Tag gekommen. Der LKW stand vor der Tür und wir luden alle unsere
Sachen ein. Sebastians als letzte, er sollte als erster sein Zimmer wieder bekommen.
Nach scheinbar unendlicher Zeit war unser ganzes Zeug im LKW verstaut und wir
konnten los. Unser geliebter Kater, der mit uns kommen sollte, fuhr im LKW bei zwei
Umzugshelfern mit und wir im PKW meiner Mutter mit Sebastian zusammen hinterher.
Die Fahrt war für Sebastian ziemlich langweilig jedoch ansonsten Ereignislos.
Als wir ankamen, stellten wir mit Schrecken fest, das Franz rein gar nichts von seinen
Sachen in der Wohnung gepackt oder gar weggeräumt hatte. Alles voll. Kurze
Ratlosigkeit, was sollten wir nun tun. Mit vereinten Kräften schafften wir Platz, um
wenigstens Sebastian eine Räumlichkeit zu schaffen.
Den Rest der Sachen verstauten wir in einer schnell angemieteten Garage. Da passierte
dann aber etwas für uns unerwartetes. Sebastian saß im Auto und spielte. in einem
unbeobachtetem Moment betätigte er die Türverriegelung und schloss alle Türen ab. Bei
dem Versuch, die Tür wieder von ihm öffnen zu lassen, drehte er dann die Lautstärke
des Radios voll auf. Er war darüber so sehr erschrocken, das er nur noch bitterlich
weinte. Franz öffnete dann die Autotür ziemlich schnell mit einem Draht und Sebastian
verbrachte den Rest des Abends in meinen Amen und war kaum zu beruhigen. Ein kurzes
Absetzen brachte ihn wieder sofort zum weinen.
Seit dem kommt er mit lauten Geräuschen und großer Lautstärke nicht klar, er weint
bitterlich los, wenn Jemand nur mal kurz laut lacht. Das ist bis heute so geblieben.
Die nächsten Wochen verbrachten wir nun damit, uns so einzurichten, das wir alle drei
vorübergehend Platz hatten und klar kamen.
Was alles so in den ersten Tagen, Wochen und Monaten in der neuen Stadt passiert ist,
erzähl ich euch das nächste mal.

Die anderen Elternberichte finden Sie hier:

https://sozialtrainer.wordpress.com/tag/elternberichte/

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